Barbet – FCI Standard Nr. 105

Französischer Wasserhund


Ursprung

Frankreich.


Verwendung

Wasserhund für die Jagd auf Wasservögel. Der Barbet ist, wie alle Wasserhunde, mehr als nur ein reiner Apportierhund, er muss das Wild, das sich in der Wasserbepflanzung versteckt hält, suchen, aufstöbern und aufscheuchen. Er apportiert dann das von seinem Besitzer geschossene Wild. Kälteunempfindlich, er geht bei jedem Wetter ins Wasser.


Klassifikation

Klassifikation FCI
Gruppe 8 Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde.
Sektion 3 Wasserhunde. Mit Arbeitsprüfung.

Kurzer geschichtlicher Abriß

Sehr alte Rasse, in ganz Frankreich verbreitet, wird für die Jagd auf Wasserwild verwendet und wurde bereits seit dem 16. Jahrhundert in mehreren Werken beschrieben oder erwähnt.



Allgemeines Erscheinungsbild

Ein Hund von mittleren Körperproportionen, mittlerer Größe, ein besonderes Merkmal der Rasse ist eine dicke, wollige Behaarung, die einen wirksamen Schutz gegen Kälte und Feuchtigkeit gewährleistet. Das Haarkleid formt einen Bart (frz. Barbe) am Kinn, welcher der Rasse ihren Namen gegeben hat.


Wichtige Proportionen

Fang etwas kürzer als der Schädel. Die Länge des Körpers, gemessen vom vordersten Punkt des Schultergelenks bis zum Sitzbeinhöcker, ist etwas größer als die Widerristhöhe.


Verhalten / Charakter (Wesen)

Ausgeglichen, sehr Führer bezogen, sehr gesellig, wasserfreudig, auch wenn das Wasser sehr kalt ist.


Kopf

Das Haar des Schädels muss bis auf den Nasenrücken fallen. Der Bart ist lang und dicht; der Schnurrbart bedeckt den gesamten Nasenrücken; er ist sehr dicht.

Oberkopf
Schädel Gerundet und breit.
Stop Ausgeprägt.
Gesichtsschädel
Nasenschwamm Breit, mit gut geöffneten Nasenlöchern; schwarz oder braun, abhängig von der Farbe des Haarkleides.
Fang Ziemlich kantig. Der Nasenrücken ist breit.
Lefzen Dick, gut pigmentiert, völlig mit langen Haaren bedeckt. Der Rand der Lefzen ist schwarz oder braun.
Kiefer / Zähne Kiefer von gleicher Länge. Scherengebiss. Kräftige Zähne. Gut entwickelte und gut angeordnete Schneidezähne.
Augen Rund, vorzugsweise dunkelbraun. Der Rand der Augenlider ist schwarz oder braun.
Ohren Tief angesetzt (auf Augenhöhe oder etwas darunter), lang, flach, breit, mit langem Haar bedeckt, das Stränge bildet. Wenn sie vor der Nase zusammengebracht werden, übertreffen sie (inklusive Haar) deren Spitze um wenigstens 5 cm. Der Knorpel der Ohrmuschel reicht über den Lefzenwinkel hinaus.


Hals

Kurz und kräftig.


Körper

Rücken Fest, mit gut gefestigter Oberlinie.
Lende Gewölbt, kurz und kräftig.
Kruppe Von der Seite betrachtet gerundet, in Verlängerung der oberen Linie der Lendenpartie, harmonisch übergehend.
Brust Breit, gut entwickelt, tief, bis zu den Ellbogen hinabreichend; gerundeter, aber nicht tonnenförmiger Rippenkorb.


Rute

Leicht erhoben, über die Horizontale hinausgehend getragen, wenn der Hund in Aktion ist, tief angesetzt, an ihrer Spitze einen leichten Haken bildend.


Gliedmaßen

Vorderhand
Schultern Schräg gelagert. Der Schulterblatt – Oberarm-Winkel (Scapulo-Humeral) variiert zwischen 110 und 115°.
Oberarm Kräftig und muskulös.
Unterarm Gerade, kräftiger Knochen, senkrecht, vollständig mit langem Haar bedeckt.

Hinterhand:

Hinterhand
Oberschenkel Leicht schräg, stark bemuskelt.
Sprunggelenk Tief, gut gewinkelt.
Hintermittelfuß Senkrecht.

Pfoten: Rund, breit, behaart.


Gangwerk

Leichtfüßiges Gangwerk, die Gliedmaßen bewegen sich auf einer Linie mit dem Körper. Mittelmäßiger Vortritt und guter Schub der Hinterhand.


Haut

Verhältnismäßig dick.

Haarkleid

Haar: Lang, wollig, lockig; kann Schnüre/Stränge bilden. Das Haarkleid ist dicht, es bedeckt im natürlichen Zustand belassen den ganzen Körper. Dies ist ein wesentliches Merkmal der Rasse. Das Haar des Barbet wird in einer speziellen Art und Weise gepflegt, um seiner Arbeit wie auch der Erhaltung zu entsprechen.

Farbe: Einfarbig schwarz, grau, braun, lohfarben (falb), sandfarben, weiß oder mehr oder weniger gescheckt. Alle Schattierungen von lohfarben und sandfarben sind erlaubt. Die Schattierung sollte vorzugsweise am ganzen Körper dieselbe sein.


Größe

Widerristhöhe
Rüden 58 cm bis 65 cm.
Hündinnen 53 cm bis 61 cm.
Toleranz Mit einer Toleranz von +/- 1 cm.


Fehler

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

  • Feiner und schmaler Kopf, dünner und zu langer Fang, dünne Lefzen.
  • Rückbiss oder Vorbiss. Kreuzgebiss.
  • Helle Augen.
  • Hoch angesetzte Ohren (höher als Augenhöhe), dünn, kurz, schmal.
  • Hals dünn und lang.
  • Weicher Rücken.
  • Lendenpartie lang und schwach.
  • Gerade Kruppe.
  • Schmale Brust.
  • Hoch angesetzte Rute, über den Rücken gebogen, eingerollt oder an die Kruppe oder die Lende gepresst. Rutenlos oder zu kurze Rute (Anourie, Brachyourie).
  • Steile Schulter.
  • Dünner Oberarm.
  • Vorderlauf mit feinen Knochen, Befederung.
  • Hinterhand: Flacher Oberschenkel, gerades Sprunggelenk, Befederung; Vorhandensein von Afterklauen: Feine und schmale Pfoten, ohne Behaarung.
  • Dünne Haut.
  • Kurzes Haar, harsch, nicht wollig, nicht lockig.
  • Farben: Alle außer den im Standard aufgeführten Farben.

Ausschließende Fehler

  • Aggressiv oder übermäßig scheu.

Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.


Anmerkung

Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.


Quelle: vdh.de/media/lexikon/28/Barbet.pdf (31.03.2008)