Schipperke – FCI Standard Nr. 83


Ursprung

Belgien.


Verwendung

Kleiner Wachhund, und Gesellschaftshund.


Klassifikation

Klassifikation FCI
Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
Sektion 1 Schäferhunde. Ohne Arbeitsprüfung.


Kurzer geschichtlicher Abriß

Im flämischen Dialekt heißt Schipperke "kleiner Schäferhund". Der gemeinsame Vorfahre des belgischen Schäferhundes und des Schipperke sollten ein Schäferhund der alten Rasse sein, für gewöhnlich schwarz und ziemlich klein, genannt "Leuvenaar". Sein Ursprung entstand aus dem 17ten Jahrhundert. Um 1690 war der Schipperke der beliebteste Hund des Volkes und der Brüsseler Schuster der Siedlung Saint-Gery. Sie organisierten Prüfungen, um ihre Hunde mit den gemeisselten Kupferhalsbändern am Hals zur Schau zu stellen. Als Modeerscheinung des 15ten Jahrhunderts hat man vermutlich die Rute völlig kupiert. Er war berühmt als Mäuse, Ratten, Maulwurf und Jäger anderer Ungeziefer. Der Schipperke wurde zum ersten Mal 1882 in Spa ausgestellt. Die belgische Königin Marie-Henriette brachte ihn in Mode.

Er wurde 1887 in England und Amerika eingeführt. Der erste Standard wurde 1888 vom verantwortlichen Rasseklub fest gelegt. Der Klub wurde im selben Jahr gegründet, er ist der älteste Rasseklub in Belgien. Im Lauf der Jahre hat man den Typ vereinigt. In dieser Zeit sprach man von verschiedenen Sorten, vom Anvers, Louvain und Bruxelles.


Allgemeines Erscheinungsbild

Der Schipperke ist ein Schäferhund in Kleinformat, aber sehr kräftig gebaut. Sein Kopf ist keilförmig mit gut entwickeltem Schädel. Sein Fang ist relativ kurz. Von harmonischem Körper, kurz, ziemlich breit und gedrungen. Die Gliedmaßen haben einen feinen Knochenbau. Sein charakteristisches Haarkleid ist sehr dicht, gerade, Kragen bildend, Mähne, Schürze und Hose, was ihn sein wirkliches eigenartiges Aussehen gibt. Seine sexuellen Merkmale sind betont. Seine Erscheinung ohne Fehler, dazu seine charakteristischen Merkmale und sein Schäferhundwesen, alles zusammen im kleinen Format erklärt seine große Beliebtheit weit über die belgische Grenze.


Wichtige Proportionen

Die Schulterhöhe ist gleich mit der Körperlänge, er ist quadratisch. Die Brust reicht bis zum Ellenbogen. Der Fang ist deutlich kürzer als die halbe Kopflänge.


Verhalten / Charakter (Wesen)

Ein vorzüglicher kleiner Wachhund, hervorragender "Melder", mit überschwänglicher Vitalität, gegenüber Fremden zurückhaltend. Unruhig, agil, unermüdlich, ständig beschäftigt mit dem was um ihn herum passiert, er verteidigt heftig alle Gegenstände die ihn zum Bewachen anvertraut wurden, sehr sanft mit Kindern, immer neugierig auf alles was sich bewegt oder was hinter einer Tür ist. Mit seiner hellen Stimme, seiner aufgerichteten Mähne und Rückenhaaren, zeigt er seine Eindrücke. Er ist ein Sucher, der Jagt auf Ratten, Maulwürfe und andere Ungeziefer macht.


Kopf

Wolfartig, keilförmig, aber nicht zu lang, genügend breit, harmonisch zum Körper passend. Augenbrauenbögen und Jochbein leicht gewölbt. Der Übergang vom Oberkopf zur Gesichtsregion ist sichtbar, darf aber nicht sehr betont sein.

Oberkopf
Schädel Breite Stirn, verjüngt sich zu den Augen, von der Seite gesehen leicht gewölbt. Die obere Schädel und Fanglinie sind parallel.
Stop Betont, aber nicht übertrieben.
Gesichtsschädel
Nasenschwamm Klein, immer schwarz.
Fang Verjüngt sich in Richtung gut gemeisselter Nase, nicht zu lang, die Spitze ist nicht stumpf. Länge ungefähr 40% der gesamten Kopflänge. Fang geradlinig.
Lefzen Schwarz, gut eng.
Kiefer / Zähne Gesund gut sitzend, Scherengebiss, Zangengebiss wird geduldet. Komplettes Gebiss. Ein oder Zwei Prämolar 1 (1 PM 1 oder 2 PM 1) oder 1 Prämolar 2 (1 PM 2) fehlen ist geduldet, die Molar 3 (M 3) sind nicht zu beachten.
Backen Trocken, sanft schmelzend in den seitlichen Bereich des Fang.
Augen Von dunkelbrauner Farbe, klein, mandelförmig, nicht eingedrückt, nicht hervortretend. Schelmischer Blick, lebhaft und durchdringend. Augenlider schwarz umrandet.
Ohren Sehr gerade, sehr klein, spitz, dreieckig (wenn möglich beidseitig), hoch angesetzt, nicht zu eng aneinander, fest, sehr beweglich.


Hals

Kräftig, sehr muskulös und scheint sehr voluminös durch das dicke Fell des Kragens, von mittlerer Länge, gut abgesetzt, bei Aufmerksamkeit aufgerichtet, die obere Linie ist leicht gebogen.


Körper

Kurz und breit, dadurch gedrungen, aber nicht übertrieben voluminös oder schwer, ideal ist er quadratisch, das heißt, die Länge von dem Sitzbeinhöcker bis zur Brustbeinspitze gleicht ungefähr der Widerristhöhe.

Obere Profillinie Die obere Linie vom Rücken bis zur Lende ist gerade und straff, oft von der Kruppe bis zum Widerrist leicht schräg ansteigend.
Widerrist Sehr betont, scheint noch höher durch die Mähne.
Rücken Kurz, gerade und stark.
Lenden Kurz, breit und gedrungen.
Kruppe Kurz, breit und horizontal, die Verbindung zwischen der oberen Kruppe und dem Hinterteil, der Oberschenkel ist harmonisch abgerundet, man nennt es "Meerschweinhinterteil".
Brust Gut herab bis zum Ellenbogen, breit von vorne bis hinter den Schultern, gut gebogene Rippen, von der Seite gesehen tritt die Brust gut hervor.
Untere Profillinie und Bauch Die untere Linie der Brust reicht gut herab bis zu den Ellenbogen, fügt sich harmonisch und leicht steigend in Richtung Bauch, nicht eingezogen, nicht windhundartig.


Rute

Fehlt, wenn sie nicht kupiert ist, ist sie lang, kräftig an der Basis, verjüngt sich zur Spitze, reicht mindestens zum Sprunggelenk. In Ruhestellung bevorzugt herabhängend, die Spitze ist leicht nach hinten gebogen auf die Höhe des Sprunggelenks. Kann erhöht sein in der Bewegung, in der Verlängerung der oberen Linie, ohne sie zu überschreiten. Die Kruppe verschmelzt in harmonischer Rundung vom Rutenansatz bis zum Schenkel, gibt den Eindruck vom Meerschweinhinterteil. Die eingerollte Rute ist geduldet aber nicht erwünscht.


Gliedmaßen

Von feinem Knochenbau, gut unter dem Körper.

Vorderhand
Allgemeines Die vorderen Gliedmaßen sind gerade von allen Seiten gesehen, perfekt parallel von vorne gesehen, die Länge vom Boden bis zum Ellenbogen ist fast gleich die Hälfte der Widerristhöhe.
Schultern Lang und sehr schräg, Winkelung von normaler Schulter.
Oberarm Lang ausreichend schräg.
Ellenbogen Fest, nicht zu eng, nicht zu offen.
Unterarm Gerade, von vorne gesehen ziemlich auseinander.
Vorderfußwurzelgelenk Fest, gut eingefügt.
Vordermittelfuß Ziemlich kurz, von vorne gesehen in der Verlängerung des Unterarms, von der Seite gesehen minimal schräg.
Vorderpfoten Klein, rund und eng (Katzenpfoten), gewölbte Zehe, kurze Nägel, kräftig und immer schwarz.

Hinterhand
Allgemeines Gut unter dem Körper, von hinten gesehen perfekt parallel.
Oberschenkel Lang, gut bemuskelt, durch die Hose erscheint er noch breiter.
Knie Ungefähr im Lot mit der Hüfte, Kniewinkelung normal.
Unterschenkel Ungefähr die selbe Länge wie der Schenkel.
Sprunggelenk Normale Winkelung.
Hintermittelfuß Eher kurz, Afterkrallen sind nicht erwünscht.
Hinterpfoten Wie die vorderen Füße, oder minimal länger.


Gangwerk

Der Trab ist weich, fest, mit einem mittleren raumgreifenden Gang und einem guten Schub der Hinterhand. Der Rücken bleibt horizontal und die Gliedmaßen bewegen sich parallel. Die Hinterhand bewegt sich harmonisch mit der Vorderhand, die Ellenbogen dürfen nicht flattern. Im schnelleren Gang bewegen sich die Gliedmaßen nach innen.


Haut

Sehr straff am ganzen Körper.


Haarkleid

Haar: Sehr viel Deckhaar, dicht, gerade, genügend hart, von fester Struktur, trocken mit Widerstand beim anfassen, mit der dichten und weichen Unterwolle ein vorzüglicher Schutz. Sehr kurz an den Ohren und kurz auf dem Kopf, am vorderen Teil der Vorderläufe, an dem Sprunggelenk und dem hinteren Mittelfuß. Am Körper mittellanges liegendes Fell. Um den Hals ist das Fell länger und etwas lockerer, es fängt an, an den äußeren Rändern der Ohren, mehr bei den Rüden aber auch bei den Hündinnen, bildet sich ein Kragen, breit und sehr typisch (um den Hals langes Fell kammbildend an beiden Seiten), "Mähne" (langes Fell am oberen Teil des Halses bis zum Widerrist und sogar an den Schultern), "Schürze" (langes Fell am unteren Teil des Halses an der oberen Brust erweitert sich zwischen den Vorderläufen und endet langsam unter der Brust). Am hinteren Teil des Schenkel dicht, langes Fell. Typisch Hose, nach innen zeigende Spitzen bedeckt die Analregion. Die Rute ist mit gleichlangem Fell, wie am Körper bedeckt.

Farbe: Schwarz ohne jegliche andersfarbige Haare. Die Unterwolle braucht nicht absolut schwarz, darf aber dunkelgrau sein, nur wenn sie völlig vom Deckhaar bedeckt ist.


Gewicht

Von 3 bis 9 Kg. Ein mittleres Gewicht von 4 bis 7 Kg ist erwünscht. Hunde unter 3 Kg und über 9 Kg können kein Vorzüglich bekommen.


Fehler

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

  • Allgemein: Schwer, fehlende Substanz, niedrig- oder hochbeinig, langer Körper in einem Rechteck passend.
  • Kopf: Zu lang oder zu kurz. Nicht parallele Schädel und Fanglinie, Augenbrauenbogen und Jochbein zu hervortretend, fuchsartig.
  • Schädelregion: Zu schmal, Schädel zu rund oder gewölbt ("als Apfel").
  • Fang: Zu lang, eingekniffen, dick, stumpf, gebogene Nase.
  • Zähne: Schlecht in der Reihe oder schlecht sitzende Schneidezähne, das Fehlen eines Schneidezahns ( 1 1), von 3 Prämolar 1 (3 PM 1) oder von 2 Prämolar 2 (2 PM 2) sind schwerwiegende Fehler.
  • Augen: Groß, rund oder hervortretend, helle Farbe ("Haselnuss" ist noch vertretbar).
  • Brust: Schmal, flach, walzenförmig, nicht genügend herabhängend.
  • Kruppe: Lang, schräg, überhöht, ungleichmäßig rund am hinteren Rand (Unterbrechung hintere Kruppe zum Schenkel).
  • Gliedmaßen: Zu wenig oder zu viel gewinkelt.
  • Gangwerk: Enge Bewegung, zu kurzer Schritt, zu wenig Sprungkraft, schlechte Übertragung durch den Rücken, erhöhte Bewegung der Vorderläufe oder hüpfende Hinterläufe.
  • Haar: Zu kurz (kahl), zu lang, wenig dicht, weich oder seidig, gewellt, zu anliegend oder flach am Körper, hängend, zu wenig oder gar klein Kragen, Mähne, Schürze oder Hose (noch fehlerhafter beim Rüden überwiegend fehlender Kragen). Zu wenig Unterwolle.
  • Farbe: In das Deckhaar grau, bräunlich oder rötlichen Schimmer. Gelegentlich ein Paar weiße Haare z.B. an den Zähen. Ein bisschen grau z.B. am Fang, durch das Alter ist geduldet.
  • Wesen: Apathisch oder furchtsam.

Ausschließende Fehler

  • Wesen: Hypernervös, aggressiv oder ängstlich.
  • Allgemein: Fehlende rassetypische Merkmale.
  • Zähne: Vor- oder Rückbiss, auch ohne Kontaktverlust (umgekehrte Zahnstellung), überkreuzte Schließung, fehlen eines Schneidezahn (1 C), ein oberer Reißzahn (1 PM 4) oder ein unterer (1 M 1), ein Molar (1 M1 oder 1 M 2, äußere die M 3), ein Prämolar 4 (PM 4 untere), ein Prämolar 3 (1 PM 3), dazu ein anderer Zahn, oder insgesamt vier Zähne oder mehr (äußere, die vier Prämolar 1).
  • Nasenschwamm, Lefzen, Lider: Depigmentiert.
  • Ohren: Hängend oder halb gerade.
  • Haar: Lang und weich oder seidig, also ein Haarkleid eindeutig vom Typ "langes Fell", lange befranzte Ohren, hinter den Gliedmaßen usw.., ohne jegliche Unterwolle.
  • Farbe: Jede andere Farbe als schwarz (außer grau, bräunlich oder rötlichen Schimmer), mit sehr kleinen weißen Flecken sogar an den Zähen.
  • Gewicht: Deutlich außerhalb des vorgeschriebenen Gewichts.

Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.


Anmerkung

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.


Quelle: vdh.de/media/lexikon/412/schipperke.pdf (29. März 2008)

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